„Ich finde die Arbeit sehr spannend, da ich sehr viel lernen kann und das Gewächshaus mit Geothermie betrieben wird.“  / Mai-August 2022

Ich bin Karolin und mache gerade mein long-term ESC Projekt in Island bei der Organisation worldwide friends. Da ich schon immer ein freiwilliges Projekt machen wollte und mein Energiewirtschaftsstudium im Februar beendet habe, bin ich auf das ESC aufmerksam geworden. Das Projekt hat mich besonders angesprochen, da man zwischen verschiedenen Themen wie „soziale Herausforderungen“, „Gesundheit und Wohlbefinden“ und „Kreativität und Kultur“ wählen kann.

Ich habe mich aufgrund meines Studiums und meiner Interessen für das Themenfeld „Umwelt- und Naturschutz“ entschieden und ein spannendes Projekt als Camp Leaderin in Island gefunden. Es macht mir sehr viel Spaß, da ich die Möglichkeit habe viele neue Menschen und Kulturen kennenzulernen.

Außerdem haben wir im Rahmen des ESC ein Arrival-Training erhalten, bei dem wir viel über andere Kulturen und uns selbst gelernt haben. Bei diesem Training haben wir auch ein Brot und Eier in einer heißen Quelle (wie in der Serie von Zac Efron) gebacken. Das war definitiv eines meiner Highlights bis jetzt! Des Weiteren wird man bei dem Programm sehr gut unterstützt und bekommt zusätzlich noch ein bisschen Taschengeld.

Meine Organisation in Island hat verschiedene Häuser mit unterschiedlichen Arbeiten. Aktuell bin ich ca. 45 min von Reykjavik entfernt in Hveragerdi und arbeite in einem Gewächshaus. Die anderen Freiwilligen und ich kümmern uns dort hauptsächlich um Tomaten, Gurken, Zucchini, Karotten und Paprika. Ich finde die Arbeit sehr spannend, da ich sehr viel lernen kann und das Gewächshaus mit Geothermie betrieben wird. In der Region gibt es auch sehr viele heiße Quellen, an denen man nach der Arbeit baden kann.

Ich lebe hier in einem Haus mit weiteren 8-10 Freiwilligen aus der ganzen Welt wie z.B. Griechenland, Italien, Kanada, Frankreich und Venezuela. Wir machen oft „cultural dinners“ bei denen jeder Spezialitäten von seinem Heimatland gekocht, z.B. gab es letzten Sonntag typische venezuelische Mais-Pancakes. Da ich keine Spätzlesreibe mitgenommen habe, habe ich mit zwei deutschen Mädels Schupfnudeln gemacht. Auch sonst unternehmen wir nach der Arbeit immer sehr viel, z.B. gehen wir ins Schwimmbad, spielen Basketball oder gehen in eine Bar. Am Wochenende werden von der Organisation Exkursionen organisiert, bei denen ich kostenlos teilnehmen darf. Außerdem haben wir uns auch schon ein Auto gemietet und einen kleinen Roadtrip gemacht, bei dem wir viele Wasserfälle besichtigt haben.

Letztes Wochenende haben wir eine Wanderung gemacht und haben in einer Selbstversorger Berghütte ohne Wasser und Strom übernachtet. Bei einem Spaziergang spät abends haben wir sogar einen Polarfuchs gesehen. Diese sind sehr selten in Island. Das war einzigartig! Die Gruppe in unserem Haus verändert sich ständig, da die meisten Freiwilligen nur 2-3 Wochen hier bleiben. Auch ich werde in zwei Wochen das Haus wechseln und in den Norden von Island gehen, dort werde ich Müll an den Stränden sammeln und anschließend sortieren.

Island ist auch ein sehr schönes Land, in dem sich das Wetter alle 5 Minuten ändert. Das heißt es ist sehr wichtig immer eine Regenjacke dabei zu haben. An was ich mich aber sehr gewöhnen musste, ist dass es im Sommer in Island nie dunkel wird, was auf der einen Seite sehr gut ist, denn man kann sehr viel unternehmen und ist weniger müde. Aber auf der anderen Seite konnte ich zu Beginn schlecht schlafen und bin während der Nacht oft aufgewacht. Generell sind die Isländer sehr verschlossen, aber wenn man viel mit Ihnen zu tun hat sind sie sehr herzlich und hilfsbereit. Sie zeigen ihre Emotionen meistens mit Musik und Literatur, denn es gibt sehr viele isländische Bands und Island veröffentlichte mehr Bücher per Einwohner als jedes anderes Land.